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Kerstin Kramer

Stedinger Str. 2, 26135 Oldenburg

0173-9304956

kunst@kerstinkramer.de

Malerei

Kerstin Kramer erschafft in ihren Werken imaginäre Konstrukte und Orte, die stets von einer
durchscheinenden Flüchtigkeit geprägt sind.
Sie versucht, inneren Bildern eine Gestalt zu geben, indem sie Szenen entwickelt, die wie
Traumsequenzen oder eine verborgene Gedankenwelt anmuten. Ihre Motivsuche beginnt häufig im Alltag, wobei sie Gesehenes in einen neuen, unerwarteten Kontext stellt und somit Irritationen hervorruft. Eigenes oder Bildmaterial aus Zeitungen und Büchern bilden den Ausgangspunkt für ihre Malerei, den sie jedoch meist schnell und intuitiv verlässt und die Komposition sich selbst in Eigendynamik entwickeln lässt. Dabei werden Fotografien thematisch weiterentwickelt, verfremdet oder als Collage in die Komposition eingefügt.
Die Figuren ihrer Bilder wirken durchscheinend, wie in Auflösung befindlich oder bleiben in der Kontur verhaftet. Selten sind klare Gesichtszüge auszumachen, meist sind diese nur schemenhaft angedeutet. Kerstin Kramer schafft abstrahierte Menschenbilder. Die Figuren befinden sich entweder in einer nebulösen oder unwirklichen Räumlichkeit verortet oder wie von einer unsichtbaren Kraft getragen im Raum schwebend. Auf das Ausformulieren der Körperspannung legt die Künstlerin besonderes Gewicht.
Lasierende Acrylschichten von zarter, dumpf-wässriger Farbigkeit bilden zusammen mit Einschlüssen expressiv-glühender Leuchtkraft das Fundament ihres Oeuvres. Über die Leinwand rinnende Farbe bietet dabei einen dinglichen Kontrast zur allgegenwärtigen Transparenz. Gedanken und Informationen verflüchtigen sich in Kramers Bildwelten in atmosphärischen Phantasien, in der sich Begrenzungen auflösen.
Mit Ihren Werken kann die Künstlerin in ihren Bildwelten jegliche Grenzen von Raum und Zeit hinter sich lassen und eine Utopie erschaffen, in der Innen und Außen, Oben und Unten, Vergangenes und Zukünftiges mit dem Jetzt verschmelzen um sich letztendlich in einem wolkenhaften Nebel wieder zu verflüchtigen.
Melanie Wichering, Kunsthistorikerin, 2014
(Ausschnitte)