
Malerei
Meine Praxis untersucht männliche Identität zwischen gesellschaftlichem Anspruch und psychischer Wirklichkeit — malerisch, direkt, ohne akademische Distanz.
Ich arbeite mit Acryl, Öl und Mixed Media auf Leinwand und Holz. Die Oberfläche meiner Bilder ist selten glatt — sie trägt Spuren von Entscheidungen, Korrekturen, Übermalungen. Das ist kein Stilmittel, das ist Haltung: Männlichkeit ist auch keine glatte Sache.
Mich interessiert der Moment, in dem eine Rolle zu eng wird. Wenn Stärke zur Maske erstarrt, wenn Kontrolle kippt, wenn das Innere nach außen drängt — gegen den eigenen Willen, gegen die eigene Verkleidung. Genau dort setzen meine Arbeiten an.
Figuration und Abstraktion wechseln sich ab, manchmal im selben Bild. Weil das, worum es mir geht, keine eindeutige Form hat. Verletzlichkeit sieht nicht aus wie Verletzlichkeit — sie verkleidet sich. Aggression auch.
Meine Referenzen kommen nicht aus der Kunstgeschichte allein. Ich lese Psychologie, Soziologie, schaue auf Werbung, Sport, popkulturelle Männerbilder — und frage mich, was diese Bilder anrichten. In Menschen. In mir.
Ich male nicht mit Anklage. Aber auch nicht mit Entschuldigung.
Die Arbeiten sollen aushalten, was viele Bilder vermeiden: die Gleichzeitigkeit von Stärke und Bruch, von Begehren und Scham, von Anwesenheit und Verschwinden. Wer davor steht, soll etwas spüren — und nicht sofort wissen, was.
